Jerry Cotton zum letzten Mal

Die 1950iger und die ersten der 60iger Jahre waren bescheiden, was Freiheiten betraf. Kanzler Adenauer, der Volkswartbund und viele andere Institutionen, die von Konservativen ehemaligen Nazis und psychisch Gestörten beherrscht wurden, bestimmten das Geschehen.
Es gab die Kuppelei- die Homoparagraphen und etlichen Schwachsinn mehr. Es folgten einige Jahre der relativen Freiheit , was zu einem großen Teil der Studentenbewegung, Bob Dylan, den Beatles usw. zu verdanken war.
Jerry Cotton wurde nicht mehr indiziert, wurde er ohnehin selten und die Crumb-Comics bekamen Kultstatus.
Jetzt dreht sich die Uhr zurück und der Bastei-Lübbe Verlag wartet mit einem optisch wunderschönen Cotton-Hardcover auf, dem auch ein altes Heft in neuer Rechtschreibung beigefügt ist. 30 Euro für ein wenig Nostalgie sind angemessen.
Der ohnehin schon immer brave G-man ist noch braver geworden, in den neuen Heften (siehe Beitrag weiter unten), aber er ist immer ein Kind der Zeit geblieben.
Noch dürfen sich die Lohnschreiber beim Tippen einen Drink nach dem anderen, eine Zigarette nach der anderen, reinpfeifen. In vielen Teilen der USA geht das schon nicht mehr, in der islamischen Welt sowieso nicht. Die westliche Welt versucht ein Gesundheitsbewusstein zu wecken, welches das Leben für Hedonisten nicht mehr lebenswert erscheinen lässt und kaum einer macht noch das Maul auf, um zu sagen, dass Freiheit für das denkende Individuum wichtiger ist als Verbote, deren Nutzen mehr als zweifelhaft ist.
Ein komplettes Rauchverbot hat in einigen Regionen schon zu einer gewissen sozialen Vereinsamung geführt. Wer will in eine Kneipe ohne Rauch zum Bier? Nicht einmal die Gesundheitsapostel, denn die trinken ihre gesunden zwei Schluck Rotwein eh sonst wo.
Gesunde Sklaven braucht das Land, keine Hartzer, die sich im Winter am Kiosk den Tod holen, aber so die Rentenkassen entlasten.
Bis auf den Jaguar ist auch Jerrys Welt eine Scheißwelt, in der zwar noch nicht wie hier, die Springmesser verboten sind, aber in der man zur nächsten Raucherkneipe kilometerweit fahren muss. Die Häufung der Todesfälle dadurch ist belegt. Drink an Drive! Geht doch wunderbar. Hat vor nicht allzu langer Zeit eine deutsche Bischöfin bewiesen.
Auch dass der Alkoholverkauf in vielen Teilen Deutschlands (Kioske, Tankstellen Supermärkte) nun zwischen 22 und 6 Uhr verboten ist, wird nur zur Bevorratung führen. Die Kids werden es den Politikern nachmachen, denn die haben stets genug in Küche und Keller.
Darauf könnten auch die G-men ein paar trinken. Sind Heftchenromane nicht per se schon politisch inkorrekt?
Wenn Cotton irgendwann mal in den Jaguar kotzt, werden wir eine heile Welt haben.



Irre, subversiv, genial, todesmutig. Das werden die Bücher der EDITION FLAMINGO.
Die Drohungen im Vorfeld hatte es in sich: "Wenn du das nicht von deiner Website nimmst, fängst du dir `ne Kugel. Schläger schlugen bereits zu.
Vom Roman über Kriminelle, bis zum Sachbuch über Missstände in Kliniken, wird auch die Sparte Lyrik gepflegt. Und anderes mehr.
Solange es die Macher geben wird.

A. M.

Gut aufgelegt ist Frank Demant in seiner sechsten Episode um den Frankfurter Privatdetektiv Schweitzer. Das fette Weichei bekommt es dicke. Spannung und Humor sind vorhanden, aber
es kann immer noch besser werden. Zu den originellsten Krimireihen gehören die Sachsenhäuser Romane jetzt schon. Einfach mal Röschen Verlag googeln.

WGF


Weggelegt habe ich nach wenigen Seiten Peter Handke. Wie fast immer.
Gelangweilt hat er schon seit Jahrzehnten. Früher war er ein unausgegorener junger
Schnösel. Jetzt ist er seit längerem, auch politisch, ein dummer alter Mann.
Verlegt wird der Unfug nach wie vor bei Suhrkamp.
"Bis daß der Tag euch scheidet" ist nicht einmal als Schlaftablette geeignet.
Überhaupt: Was die Belletristik betrifft, ist der Verlag keine Zeile mehr wert.

Weird Al Berkowitz


Ein neuer Verlag

meldet sich. Kleine, feine Bücher will er machen und drei gibt es bereits. Martin Ebbertz, der Verleger, ist selbst (Jugend- und Kinderbuch) Autor. Nun widmet er sich der Lyrik. Gedichte von Herbert Friedmann und Paul Boldt sind 2008 in der Edition Razamba erschienen. Ebbertz hat Erfahrung als Herausgeber (Zs. Am Erker) und weiß, dass man mit Lyrik keinen Blumentopf gewinnen kann, aber vielleicht gelingt das Überleben. Razamba angoogeln oder
Näheres bei info@ebbertz.de erfragen, ist ein Muss für Lyrikleser und -schreiber.

W.G.F..


Rund ums Heft

Jerry Cotton dürfte auch heute noch den meisten Lesern bekannt sein und beglückt mit drei verschiedenen Ausgaben das Publikum.
Die älteste Version präsentiert Hefte aus den 50er Jahren und warnt im Vorspann, dass diese Romane aus einer Zeit stammen in der die G-Men Hüte
trugen, rauchten und Whiskey tranken.
Ja, da waren sie noch fast echte Kerle und auch die Autoren waren origineller.
Die zweite Version ist rauchfrei, Whiskey gibt es selten und der schwule Touch
(Deshalb war die Filmbesetzung mit George Nader als Jerry auch genial) ist stärker. Cotton schubst sogar Frauen von der Bettkante, wenn er an seinen
vermeintlich toten Freund Phil denkt.
In den neuen Heften verspeisen die Helden Junk-Food und trinken Cola.
Ein kleines Zugeständnis an die, meist aus der Unterschicht kommenden, Leser.
Deshalb dürfen sie - politisch inkorrekt - auch noch Jaguar fahren.
Wenns denn sein muss, sollte man die Classics lesen, die haben nicht nur Patina,
sondern auch einen gewissen Charme. Inzwischen sind die Scheren der Verlagsbosse und die Scheren im Kopf der Autoren so scharf, dass einem der
Spaß an leichter, seichter Handlung vergeht.

W. v. H.



Buchtipp für 2007

Der Röschen Verlag (Frankfurt am Main),
der bislang mit seinen Sachsenhäuser Krimis um Detektiv Schweitzer für einiges Aufsehen
und gute Verkaufszahlen sorgte, hat seine Pforten nun für weitere Autoren geöffnet.
Anke Behrend und Wolfgang Fienhold gehören dazu.
Schwerpunkt des Verlags werden auch weiterhin Krimis mit regionalem Bezug sein.

edfc
Jahresanthologie 2006.

Herausgeber Frank W. Haubold
Die Jenseitsapotheke
Fantasia 200
Stories
Horror, Fantasy, SF und satirisches zum
Themenbereich
ISBN 10: 3-932621-92-1


Bei so viel Vorlauf bleibt mir nur ein Satz:
Haubold ist einer der besten Herausgeber und
hoffentlich merken das auch die Großverlage

WvH


G A U

Größte anzunehmende Unfehlbarkeit, dein Name ist Günter Grass und nicht Papst! Dieser große Meister des Beleidigtseins sprach gemäß eines Artikels von
Walter Wüllenweber im Stern 41 dem Westen das Recht auf Meinungsfreiheit komplett ab und forderte, auf die Tabus, die Denkverbote und das Beleidigtsein
(seine eigene Spezialität) radikaler Islamisten Rücksicht zu nehmen. Der Grund:
„Die islamische Welt befindet sich auf einer anderen Entwicklungsstufe. Und das muß man respektieren.“ Bravo, Herr Grass! Nun könnte es sein, daß die islamische Erregungsmaschinerie diese Aussage (zu Recht) komplett mißversteht und unser
„großer“ kleiner Moralist ein letztes Feuertänzchen wagen muss.
Seine eigene Entwicklungsstufe hat er immerhin als die einer Zwiebel erkannt.
Warum gibt die Presse einer Zwiebel immer noch ein Forum?
Nach dem Häuten riecht sie nur schlecht.

Antje Meinhold


Wickerts BÜCHER
Der Lusch-Lulatsch

Wickert ist lang und weilig. Seine Sendung „Wickerts Bücher“ ist prima, denn er lädt gerne mediokre Autoren und Innen ein. Die Bücher, die er und sie verbrechen, sind des Lesens nicht wert, aber dann fragt dieser Möchtegernautor, auch noch :
„Vor welchem Buch warnen Sie?“
Genau diese Bücher sollte man kaufen, aber bloß keines von ihm und seinen Gästen.

Henschelsberg


2 CDs Nervenkitzel und Spannung
Tandem Verlag

für Aldi Süd
ähnliche Aktionen etc.


Grundsätzlich ist mir das gedruckte und gebundene Buch hundert Mal lieber als ein Hörbuch - aber was sind schon Grundsätze?
Es ist heutzutage ein wenig anders, aber früher war es so, dass Zocker eine Schwellenangst vor den richtigen Spielcasinos hatten und sich deshalb lieber an die blöden Daddelautomaten in den Kaschemen stellten.
Die Schwellenangst vor Buchläden war und ist weitaus geringer, doch es gibt sie immer noch.
Und bei den Billigketten kaufen inzwischen nicht nur "voll krasse" Underdogs ein, sondern zunehmend auch die "Stylis©hs".
Literatur zu vernünftigen Preisen kann jeder brauchen und wenn Sie dann noch von hoher Qualität ist, umso besser.
Die Hörbücher von Tandem sind okay, auch wenn sich aus unerfindlichen Gründen ein Herr Konsalik, neben Doyle und Breinersdorfer eingeschlichen hat.
Die literarischen Vorlagen der 12 CDs sind also von unterschiedlicher Güte, geben so aber einen guten Querschnitt. Genau wie die Kunden der großen Märkte und damit sei es abgesegnet
von
WGF